Martin Glaubrecht - Künstler und Schriftsteller 

Martin Glaubrecht
Im 80ten Lebensjahr

Ein Leben der Literatur gewidmet


Martin Glaubrecht wurde im Juli 1936 in Nordhausen/Harz geboren. Er besuchte die Schulen der Stadt, bekam nach dem Abitur (1955) in der DDR keinen Studienplatz und übersiedelte darum im Spätherbst 1955 nach West-Berlin. Dort musste, wo er einen einjährigen Kurs zur Anerkennung des DDR-Abiturs absolvieren , um in Würzburg Deutsche Literatur, Geschichte u. Philosophie zu studieren (Dr. phil. 1964/65). 

1964 bis 1974 arbeitete er als wiss. Lexikograph für die Neue jetzt: Deutsche Biographie in München. 

Von 1975 bis 1987 lehrte er an der Universität Hannover Neuere und Neueste Deutsche Literatur und Theorie der Literatur. Er mußte trotz seiner Habilitation (1980) aus dem Hochschuldienst ausscheiden, weil sich keine Umwandlung seiner befristeten Stelle finden ließ.

Schon als Schüler umfassend belesen, glaubte er am Anfang seines Studiums kaum etwas dazu lernen zu können. Erst ein jüngerer, unkonventioneller Gelehrter konnte ihn mit Neuem begeistern. Als wiss. Hilfskraft für die Seminarbibliothek, lernte G. nun doch viel dazu und entwickelte eigene theoretische Gedanken, die ihm später als Hochschullehrer in Hannover zugute kamen. Dort bemühte er sich, die Literatur theoretisch zu durchdringen und sie zugleich den Studenten verstehbar zu vermitteln. Einige seiner literaturwissenschaftlichen Arbeiten finden jetzt noch Interesse, z. B. seine Dissertation, seine Habilitationsschrift und einige seiner Lexikon-Artikel, so der über den Dichter Friedrich Hölderlin aus der „Deutschen Biographie“ 1969, der brandaktuell bei „Wikipedia“ aufgerufen werden kann.

Kreativität, Lebens- und Schaffensfreude


G. hat ohne Medienpräsenz gelebt. Er war weder Film– noch Politikstar, auch kein Sportler oder Sportfunktionär, kein Mörder, Betrüger, Steuerhinterzieher, kein Bergsteiger oder Weltumsegler, auch kein selbstloser Helfer, Wissenschaftler oder Arzt gewesen. Er führte das Leben eines Durchschnittsmenschen, glaubte aber, es in Hannover sozial und wissenschaftlich mit einer C-2 Professur verbessern zu können. Das „Aus“ trieb ihn in Depression und in die Psychiatrie. Mit dem Durchbruch einer bis dahin nicht gekannten künstlerischen Kreativität konnte er die Depression überwinden und seinem Leben im Alter Sinn geben: neue Lebensund Schaffensfreude, zuerst mit dem Modellieren von Ton-Skulpturen „Die Bösen Köpfe“ und, ab 2008, mit dem Schreiben literarischer Texte.
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